#Corona #Muttertag - Gedanken

Systemrelevante Managerin des täglichen Lebens


Verbindlich lächelnd und dezent gestylt sitzt sie am Tisch im Esszimmer und moderiert den Videochat mit Chef und Kunden, die Kinder sitzen am Wohnzimmertisch und bearbeiten die Aufgaben der Schule auf der Lernplattform, die Sonne bricht durchs frisch geputzte Fenster auf den Blumenstrauß, den der Gatte gestern nach der Arbeit mitbrachte – Homeoffice im Shutdown als Idealvorstellung, um allen Anforderungen als Frau und Mutter gerecht werden zu können.

Die Realität sieht anders aus. Die Haare flott zum Dutt zusammengebunden sitzt sie am Laptop, arbeitet die Maileingänge ab, der Kleine benötigt dringend Hilfe bei den Matheaufgaben und die Große spielt mehr mit ihrem Handy rum, als dass sie etwas für die Schule tut. Der Magen knurrt. Seufzend blickt sie sich um, gesaugt werden müsste und die Wände im Wohnzimmer könnten auch mal wieder neue Farbe vertragen – aber es fehlt ihr die Zeit – oder es fehlen ihr die Nerven dazu…

#Politik und #Gesellschaft haben den Müttern die Vereinbarkeit von #Familie und #Beruf versprochen; die Corona-Krise offenbart, dass es bei der Umsetzung noch hapert! Und dennoch: Das Kontaktverbot verhindert zwar den Bolzplatz, den Saunatermin am Wochenende und, ganz wichtig, den Besuch bei den Großeltern – aber den Zusammenhalt und die Kreativität kann das Virus nicht stoppen.

#Solidarität wird in der #Nachbarschaft gelebt, die Menschen besinnen sich auf das wirklich wichtige, Brettspiele haben auch ihren Reiz und der Wert der Familie wird erkannt. Es gibt eine Menge positiver Erfahrungen in der Krise. Familien halten zusammen und blicken positiv nach vorne, trotz Kurzarbeitergeld und Existenzängsten. Gerade die Mütter haben Ideen, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Das Gespräch mit der Oma im Heim über die Balkonbrüstung hinweg, die Fahrradtour ins Grüne… gut, dass wir hier nicht im Ballungsraum, sondern in der Natur leben.

Also, liebe Mütter, herzlichen Dank fürs Pflaster kleben, Fischstäbchen braten, an OPAs Geburtstag denken und die vielen, vielen anderen Managertätigkeiten in den Familien! Sie wachsen in der momentanen Situation nochmals über sich hinaus und ziehen alle mit. Denken Sie aber auch an sich selbst.

Genießen Sie bewusst die noch so kleinen #Auszeiten! Bleiben Sie locker, auch wenn etwas nicht perfekt läuft. Sie leisten als Mutter Riesiges – und das nicht nur in Corona-Zeiten. Seien Sie sich sicher; Sie können mit Fug und Recht den alten Werbespruch eines deutschen Staubsaugerherstellers für sich reklamieren: „Ich führe ein erfolgreiches, kleines #Familienunternehmen!“

Heinz Blome


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